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Erfahrungsbericht: University of Economics, Prague

Facts ...

An der University of Economics, Prague stehen zwei Austauschplätze für je ein Semester zur Verfügung.

Das Studienjahr ist in Semestern organisiert:

  • 1. Sem.: Anfang September - Weihnachten
  • 2. Sem.: Anfang Februar - Mitte Mai

Die Unterrichtssprachen sind Tschechisch, Deutsch und Englisch. 

... und Meinungen aus den Erfahrungsberichten ehemaliger Austauschstudenten

Universität

Das Wichtigste natürlich zuerst, die Universität: Die meisten Kurse werden eigens und ausschließlich für ausländische Studenten angeboten. Dies ist insofern ein Nachteil, weil man so gut wie keine Chance hat, mit tschechischen Studenten in Kontakt zu kommen (aber es geht trotzdem). Die Inhalte der Kurse sind nicht nur wirtschaftlicher Art. Man kann also auch mal etwas für die Allgemeinbildung tun und sich in einen Kurs rein setzen, den man hier nicht einbringen kann. Mitarbeit und Anwesenheit werden im allg. bewertet, was aber an den meisten ausländischen Universitäten so ist. Bevor man sich verbindlich für einen Kurs anmeldet, kann man zuerst zwei Wochen "probehören". Die Angestellten im CESP-Office sind äußerst freundlich. Es wird eigentlich sehr viel für die Studenten getan: Das fängt beim kostenlosen Benutzen des Kopierers an, was einen deutschen Studenten natürlich am meisten wundert. Dann sind da noch die kostenlosen field-trips (keinen versäumen...das ist wie Wandertag!), wo meistens auch noch ein Essen spendiert wird. Weiterhin wird je eine Eröffnungs- und Abschlußparty organisiert mit sehr gutem Essen und (auch alkoholischen) Getränken...das alles in Hülle und Fülle und umsonst natürlich. Bin mir fast sicher, daß es so etwas in England, wo noch immer die meisten Ihr Auslandssemester verbringen. Ach ja...habe ich erwähnt, daß Mittwochs immer frei ist?

Internet & Co

In den beiden Gebäuden stehen ungefähr 2000 Computer herum. Bei einer Studentenzahl von 12000 ist das allerdings sehr wenig. Man sollte sich darauf einstellen, daß die Computer alt und lange Schlangen davor sind. Im CESP-Office (Zufluchtsort der ausländischen Studenten) gibt es zwar 6 neuere Computer, aber die sind auch fast immer belegt.

Tschechisch-Kenntnisse

Ich war einer der wenigen, die bereits welche hatten und konnte deswegen in Prag bereits den Fortgeschrittenenkurs besuchen. Es gab aber auch genug, die gänzlich ohne Tschechisch ausgekommen sind. Man kommt auch ohne ganz gut zurecht.

Visum

Ein heikles Thema. Offiziell braucht man es ja, auch wenn das Tschechische Konsulat in München anfangs meinte, daß dem nicht so sei. Kurzum das Beantragen dieses Visums ist teuer und aufwendig. Allein die Prozedur in Deutschland inklusive aller Formulare und Übersetzungen kostet gut über 100.- Mark. Abholen sollte man sich das Visum dann irgendwo in Prag, was ich genauso wie alle anderen nie gemacht habe. Erstens will kein Mensch das Visum sehen und zweitens kostet das Abholen nochmals gehörig viel Geld. Man hatte mir auch bereits in München schon gesagt, daß wohl das Beantragen alleine schon reichen würde. Daher mein Rat: Erst gar keines Beantragen. Schlimmstenfalls muß man versichern, daß man es bald beantragen werde.

Unterkunft - das dormitory

Für einen deutschen Studenten mag es ziemlich abschreckend sein, sich ein sehr kleines Zimmer mit einem Unbekannten zu teilen. Für mich war es das jedenfalls und habe mir deswegen eine Wohnung gesucht. Die meisten wohnen aber im dormitory, welches deswegen auch zentraler Veranstaltungsort ist. Außerdem ist es für einen Ausländer sehr schwer, eine halbwegs erschwingliche Wohnung zu finden. Das dormitory kostet übrigens nicht mal 40.- DM im Monat...ein Grund mehr also. Dürfte ich nochmals nach Prag, dann würde ich auf jeden Fall ins dormitory ziehen. Es sei gesagt, daß alle ausländischen Studenten in einem Flügel wohnen, was wiederum heißt, daß es keine partyfreien Tage gibt. Wenn man also mal seine Ruhe haben will, dann kann dies durchaus problematisch werden. Ach ja, da gibt es ja noch das Hotel Krystal. Davon würde ich abraten. Erstens sind da weniger Leute, zweitens muß man sich das Zimmer ebenso mit anderen Leuten teilen.

Die Mensa

Als Exchange Student (Und davon gibt es nicht sehr viele!) hat man ein Anrecht auf verbilligtes Essen. Holt Euch bei Fr. Mihalikova ein Gutscheinheft. Ein Essen mit Suppe und Tee kostet 1 DM. Über die Qualität urteilt bitte selbst. Mir hat es jedenfalls (oft) geschmeckt. Das Essen muß man dummerweise mindestens einen Tag im voraus bestellt haben.

Reisen

Ich dachte mir zu Beginn meines Aufenthalts in Prag ja nicht, daß "Reisen" eine große Bedeutung haben würde. Da lag ich aber falsch. Es stellte sich heraus, daß die meisten ihre Zeit mit dem Erkunden Europas und angrenzender Länder verbrachten. Gereist wurde jedes Wochenende, vom ersten bis zum letzten. Hier eine Auswahl wo hingefahren/flogen wurde: Polen, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Türkei, Bulgarien, Rumänien, Deutschland, Österreich, Italien, England, Spanien, Tunesien, Ägypten und Holland. Die östlichen Länder lassen sich sehr günstig mit dem Zug und Schlafwagen besuchen, was in einer größeren Gruppe immer sehr lustig ist. Ich selbst habe mich mangels Geld etwas zurückgehalten: Budapest für 100.- , Krakau für 50.- beide inkl. Schlafwagen. Sehr interessant auch: Vier Tage Istanbul mit Flug, Hotel und Frühstück für 250.- Das Zugfahren in Tschechien ist wirklich billig. Eine Fahrt bis Furth i. Wald (erster deutscher Ort nach der Grenze) kostet mit dem IC nur 6.- DM. Das Stück von Furth bis München, das ungefähr genau so lang ist kostet über 50.-. Ach ja: Ganz wichtig! Zugkarten für den tschechischen Teil nie bei der DB kaufen, sondern beim tschechischen Schaffner und dort auf jeden Fall in Kronen zahlen. DM kostet nämlich mehr!

Am Abend/in der Nacht

Manche haben etwas länger gebraucht, ein Gefühl für dortige Preise zu bekommen. Wer 4,50 DM für ein Bier zahlt ist selber Schuld. Maximal sollte es 50 Kronen (2,50 DM) kosten...das ist bereits sehr teuer für Prager Verhältnisse. In einer normalen Kneipe kostet es zum Teil nur 50 Pf bis 1.- DM. Sehr gut schmeckt auch der tschechische Rotwein. Achtung auch bei Taxis: Auch wenn Euch die amerikanischen Studenten vielleicht einreden, man müsse vorher über den Preis verhandeln, tut es nicht! Eine Fahrt Innenstadt-dormitory darf maximal 150 Kronen (7,50 DM) kosten. Einfach einsteigen und sagen, wo man hin will. Alle Kneipen und Clubs sind für Münchner Verhältnisse sehr billig. Dies hat zu folge, daß man natürlich jeden Tag weg oder wenigstens zum Essen geht. Ihr werdet sicher alle mal durchprobieren, aber damit Ihr gleich wißt, was es so gibt: Lavka-Club nähe Karlsbrücke, Radost FX nähe I.P.Pavlova (auch als Restaurant und Brunch sehr zu empfehlen), Roxy nähe Altstadtplatz, Letna im Stadtteil Letna, Akropolis nähe Fernsehturm, das Lucerna am Wenzelsplatz (bekannt durch seine 80ies Party) und zu guter letzt Karlovy Lazne, ein Club mit 4 dancefloors, der erst im Dezember 99 eröffnet hat.

Essen

Wer nach einer langen Nacht noch Hunger hat, der geht zum Tesco in der Narodni trida. Dort gibt es "gyrossino", der von der Prague Post zum besten Imbißstand Prags gewählt worden ist. Dem hat bisher auch noch jeder zugestimmt. Restaurants gibt es auch in allen Preisklassen, Fast-food (McD, KFC, Pizza Hut, little Caesar, Dunkin‘ Donuts) gibt es ebenso überall in der Innenstadt. Probiert haben sollte man fritierten Käse in ner Semmel und Mayo ("smazeny syr"), ein tschechisches Nationalessen, das es fast an jedem Imbiß gibt.

Metro und Straßenbahn

Eine Dreimonats-Karte für das gesamte Netz kostet 25.- DM (Dafür gibt’s in München immerhin fast zwei Streifenkarten). Es gibt zwar nur drei Metro-Linien, die tagsüber aber, ebenso wie die wichtigeren Trams, im 2 bis 5 Minuten-Takt fahren. Ab Mitternacht fahren dann die Nachtrams im 40 Minuten-Takt (auch werktags). Das Trambahnnetz ist in Prag übrigens äußerst dicht ausgebaut.

Das Handy

Für einen BWLer auch ein wichtiger Punkt. In Tschechien gibt es zwei sehr gut ausgebaute GSM900 Netze. Prepaid-Karten gibt es neu für ca. 80 DM. Telefonate nach Europa kosten via Internetcall nur 50 Pf/Minute. Außerdem bekommt man auf diesem Weg eine tschechische Telefonnummer unter der man (noch günstiger) aus Deutschland erreichbar ist.

Fazit

Ich bin mir sicher, Ihr werdet es nicht bereuen, wenn Eure Wahl auf Prag fällt. Drei Monate sind zwar wirklich nicht sehr lange, aber dafür werdet Ihr diese Zeit viel intensiver genießen. Sollte ich etwas vergessen haben, dann könnt Ihr mir gerne mailen: ticketmuc@gmx.de

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