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Erfahrungsbericht: Université Pantheon-Assas (Paris II)

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An der Université Pantheon-Assas (Paris II) stehen drei Austauschplätze für je ein Semester zur Verfügung.

Das Studienjahr ist in Semestern organisiert:

  • 1. Term: Anfang Oktober - Weihnachten
  • 2. Term: Ende Januar - Mitte Mai

Die Unterrichtssprache ist Französisch.

... und Meinungen aus den Erfahrungsberichten ehemaliger Austauschstudenten

Universität und Kurse

Die Universität Paris II, Pantheon-Assas ist hauptsächlich für herausragende Lehrveranstaltungen in Jura bekannt und gehört dort zu den besten Universitäten Europas. Der betriebswirtschaftliche Teil "gestion" (= Management) befindet sich noch im Aufbau. Dies erklärt das insgesamt knappe Angebot von 10-12 Kursen pro Semester. Der andere wirtschaftliche Teil der Uni, «sciences économiques, économétrie et administration économique et sociale», bietet eine weitaus größere Auswahl an Kursen.

Die Universität liegt im Zentrum von Paris im 5. Arrondissement, dem "Quartier latin" direkt am Panthéon. Die Lehrveranstaltungen für Management finden aber weiter außerhalb im 13. Arrondissement sowie teilweise (Strategie) im 6. Arrondissement statt. Der Unterricht findet in zwei Teilen statt; einem des Anfängerjahres und einem des Abschlussjahres. Das Niveau des ersten Lehrjahres entspricht, verallgemeinernd, etwa unserem Grundstudium, das des zweiten, dem unseres Hauptstudiums. Die Erasmusstudenten können zwischen beiden Lehrjahren ihre Kurse wählen. Die Kurse sind in eine jeweils dreistündige Vorlesung und eine 90-minütige Übung unterteilt.

Kursangebot aus dem 2. Jahr 2001: o 1. Sem.: Finanzwirtschaft, Management des Personalwesens, internat. Marketing, Strategie 1, vertieftes Unternehmensrecht o 2. Sem.: aktuelles internat. Wirtschaftsumfeld, Strategie 2, Unternehmenssteuerrecht, Finanzierungsstrategie und internat. Finanzierung, Methodik der Forschung

Des weiteren gibt es Angebote für Englisch und Spanisch und für die Erasmusstudenten aller Fakultäten auch in Französisch.

Aufgrund der geringen Größe der Managementfakultät ist die Betreuung der Studenten viel besser als in München. Die Erasmusstudenten erfahren zudem eine besondere Betreuung durch Professoren und Personal der Universität.

Leben in Paris

Das Leben in Paris ist hektisch, aber sehr schön und leider auch sehr teuer. Man sollte zu den Münchner Preisen generell ca. 30 % aufrechnen. Billiger ist hier nur Wein, Käse und Baguette.

Die Metro ist sehr gut ausgebaut, wenn man auch manchmal zwei Mal umsteigen muss um sein Ziel zu erreichen. Die Metrokarte "Carte Orange" kostet ca. 10 Euro pro Woche oder 30 Euro pro Monat für das Pariser Stadtgebiet. Billiger ist anscheinend die "Carte Imaginaire" ("Aire"), die man zwar wohl nur für ein Jahr abschließen, aber bei Rückkehr in die Heimt kündigen kann. Aufgrund des starken Verkehrs und der geringen Anzahl an Parkplätzen sollte man das Auto besser zu Hause lassen.

Für das Nachtleben spielt ebenfalls Marais die große Rolle. Zwischen Place de la République, Bastille und Île St. Louis findet man alles was zu einem guten Abend gehört. Außerdem finden sich gute Bars und Clubs an und nördlich der Champs Élysées. In Clubs zahlt man zwischen 10 und 20 Euro Eintritt, oft inkl. einem Getränk. Als bekannter Geheimtipp gilt das westliche Ufer der Île St. Louis, wo man es sich an lauen Abenden, ähnlich der Isar, mit Picknick gemütlich macht.

Wohnen in Paris

In Paris hat sich seit diesem Jahr die Mietsituation noch verschlechtert, so dass es für die Zeit des Studiums kaum Alternativen zu dem - ebenfalls - sehr teuren Campus besteht. Dennoch gibt es Ausnahmen, wobei es sich empfiehlt in Marais (Mischung aus Glockenbach und Schwabing), im 3. und 4. Arrondissement zu wohnen, weil dort der Charme der Stadt Paris am größten ist. Generell lässt sich sagen, dass die Lebensqualität nachlässt, je mehr man sich vom Zentrum entfernt. Allerdings besteht die Ausnahme im 16. Arrondissement, dem Westen, um den Bois de Boulogne und Arc de Triomphe. Im Winter wird fast überall mit Strom geheizt, deswegen sollte man eine Wohnung mit Warmmiete suchen, sonst kommen leicht 50 Euro dazu. Die Miete beträgt ca. 400 Euro für 10 qm, oder ca. 700-900 Euro für 30 qm. Die Magazine "DE PARTICULIER A PARTICULIER" (www.pap.fr), "PRO A PART" (www.pro-a-part.com), "Se Loger" (www.seloger.com), und das Pubmagazin "Fusac" eignen sich am besten zur Wohnungssuche. Anlaufstellen für Angebote sind auch etliche öffentliche Einrichtungen, wie das "Crous" (39, Av. Georges Bernanos), das Goethe Institut (Av. D'Iema) oder bestimmte Kirchen.

Nun die gute Nachricht. Sollte man einen Mietvertrag bekommen, so zahlt die "CAF" (Caisse d'Allocations Familiales)oft ca. 150 Euro des monatlichen Mietpreises. Das gilt auch für Studentenwohnheime.

Um einen Platz im Studentenwohnheim sollte man sicht rechtzeitig bewerben! Rechtzeitig heisst im Fall von Paris etwa ein halbes Jahr vorher, also am besten gleich nach dem Erasmus-Bescheid. Im Austauschbuero kann man eine Liste der Wohnheime bekommen. Einfach anrufen oder eine kurze Anfrage hinschicken und dann kommt meist ein Einschreibungsbogen und eine genauere Beschreibung des Wohnheims direkt ins Haus. Von der Zimmersuche oder Wohnungssuche in Paris direkt nach Ankunft ist dringend abzuraten. Besonders bei kuerzeren Aufenthalten unter sechs Monaten hat man kaum eine Chance.

Das Centre d'Acceuil Interntional (9, rue du Moulin Vert, 75014 Paris) ist ein Maedchenwohnheim mit etwa achtzig Zimmern. Zur Uni Pantheon und zu dem zentralen Aussengebaeude fuer "gestion" (Centre Charcot) ist es prima gelegen, das heit etwa zwanzog Minuten jeweils. Und auch zum Zentrum ist es mit der Métro nicht weit. Da es in Paris ziemlich vernuenftige Nachtbusanbindungen gibt, ist das Wohnheim wirklich gut erreichbar. Das 14. arrondissement ist zwar nicht das romantischste von Paris, aber ist ist sicher und nett zum Wohnen und Einkaufen. Ein Park zum Joggen ist allerdings zehn Minuten Laufweg an der Strasse entfernt.

Die Zimmer im Wohnheim sind klein, aber ganz passabel eingerichtet. Bad und Klo teilt man sich jeweils mit der Zimmernachbarin. Die Miete betraegt im Monat 2450 FF, kann aber mit der Wohnhilfe CAF reduziert werden. (fuer Pariser Verhaeltnisse ist das uebrigens nicht teuer!) Die riesige Gemeinschafts-Kueche ist zunaechst ein Schock, weil die Tische und Abfluesse nicht gerade die saubersten sind. Jeder hat einen kleinen Mini-Kuehlschrank und ein Fach fuer sich. Achtung: Toepfe und Pfannen muessen ein bestimmtes Zeichen haben (Induktions-Herd), kann man aber billig bei "monoprix" um die Ecke kaufen. Geschirr und Besteck etc. selbst mitbringen! Es gibt einen Waschkeller mit Trockner. Im Gemeinschaftsraum hat man Internet (aber mit Telefonkarte und deswegen teuer) und einen Fernseher, den man sich fuer bestimmte Sendungen reservieren kann.

Unterm Strich ist es eine empfehlenswerte Wohnmoeglichkeit. Und weil das Wohnheim auch nicht so gross ist, kennt man bald die Gesichter und auch ein paar Leute. Wenn ich mich so umhoere, habe ich den Eindruck, dass dies eines der bessern Wohnheime ist, vor allem auch fuer jemanden, der es gern etwas ruhiger hat. Ab 22 Uhr duerfen deshalb aber auch keine "Fremden" mehr im Wohnheim sein.