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Erfahrungsbericht: Universität Florenz

Facts ...

An der Universität Florenz stehen zwei  Austauschplätze für je ein Semester zur Verfügung.

Das Studienjahr ist in Semestern organisiert:

  • Das 1. Sem. beginnt Anfang Oktober,
  • das 2. Sem. Ende Februar.

Unterrichtssprache ist Italienisch.

... und Meinungen aus den Erfahrungsberichten ehemaliger Austauschstudenten

Wohnung

Eine Wohnung oder ein WG-Zimmer in Florenz ist nicht unbedingt leicht zu finden. Ausländische wie Florentinische Studenten stehen hier vor demselben Problem. Erste Anlaufstelle bei der Wohnungssuche ist das Anzeigenblättchen "La Pulce", das es an jedem Kiosk gibt. Meistens kommt man jedoch mit den wenigen Wohnungen, die hier aufgelistet sind, nicht weit. Zudem gibt es noch das (soweit ich weiß) kostenlose Blatt "Casa Dove", das an vielen Kiosken erhältlich ist.

Viel hilfreicher sind aber die schwarzen Bretter an den Eingängen der Wirtschaftsfakultät (Via Curtatone, s.u.), der Mensa in der Via S.Gallo und beim ERASMUS-Büro (Via La Pira, s.u.). Studentenwohnheime stellt die Uni Florenz so gut wie gar nicht zur Verfügung - als Ausgleich hierfür wird aber jedem ERASMUS-Studenten eine monatliche "Mietbeihilfe" von 100.000 Lire (100 DM) gewährt.

Kaum ein WG-Zimmer in Florenz ist für unter 600.000 Lire (600 DM) monatlich zu bekommen. In den meisten Fällen ist ein Teil der Nebenkosten (Strom, Gas, Wasser) bereits enthalten. Florenz ist nicht so groß, deshalb liegen fast alle Wohnungen bzw. WG-Zimmer in erträglicher Nähe zur Uni und zum Stadtzentrum.

Ankunft in Florenz

Was sollte man in den ersten Tagen in Florenz erledigen?

Zuallererst ist ein Besuch im ERASMUS-Büro der Fakultät (Via Curtatone 1) angebracht. Es nennt sich "Relazioni Internazionali" und befindet sich im 1. Stock des gelben Gebäudes. Hier werden die ersten Formalitäten erledigt und man bekommt noch einmal genau erklärt, welche Schritte als nächste zu erledigen sind. Die Öffnungszeiten sind (Stand: März 2000): Montag, Mittwoch und Freitag von 10.00-12.00

Die nächste Etappe ist das allgemeine ERASMUS-Büro der Uni Florenz. Es befindet sich in der Via La Pira 4 (bei Piazza S.Marco) in einer Baracke im Innenhof. Hier beantragt und bekommt man sein "Libretto" (Studentenausweis, in den auch die Prüfungen eingetragen werden) mit der Matrikelnummer und beantragt die oben angesprochene Mietbeihilfe. Da die Ausstellung des "Libretto" so seine Zeit dauert, bekommt man zunächst einen vorläufigen Studentenausweis. Öffnungszeiten: Mo/Mi/Fr 9.00-13.00, Di/Do 15.00-16.30

Da Italien ein nicht gerade unbürokratisches Land ist, müßt Ihr auch noch zur "Questura" (Via S.Gallo 83), um - auch als EU-Bürger - eine "Aufenthaltsgenehmigung" ("Permesso di soggiorno") zu holen. Das Ding heißt zwar noch so, ist aber im Endeffekt nichts anderes als eine Anmeldung des Wohnsitzes, ähnlich wie beim Einwohnermeldeamt in Deutschland. Achtung: Die offizielle Adresse ist zwar Via S.Gallo, als EU-Bürger benutzt man jedoch den Hintereingang in der Via Zara (Parallelstraße)! Öffnungszeiten: Mo-Fr 8.30-11.45

Nun geht’s zum Finanzamt ("Ufficio Imposte Dirette") in der Via S.Caterina d’Alessandria 23, ganz in der Nähe der Questura. Hier bekommt man seine italienische Steuernummer ("Codice Fiscale"), die man wiederum braucht, um die Mietbeihilfe von der Uni kassieren zu können. Den Codice Fiscale gibt’s im 3. Stock, das Büro ist von 9.00 bis 13.00 Uhr geöffnet.

Mit den gesammelten Unterlagen geht’s nun wieder zurück zum ERASMUS-Büro in der Via La Pira, um schließlich und endlich mit der Steuernummer genannte Mietbeihilfe zu beantragen. Nach etwa einem Monat sollte man sich wieder einmal in der Via La Pira blicken lassen. Dort werden nämlich die Listen mit den Namen der Studenten ausgehängt, die sich ihre Mietbeihilfe schon auszahlen lassen können. Merkt Euch die Nummer der Liste, auf der Ihr steht und geht damit zur Banca Toscana (Filiale 19) in der Via Cavour (Parallelstraße der Via La Pira). Ausweis nicht vergessen. Das Geld wird in zwei Raten ausgezahlt: 300.000 Lire für alle, die nur für ein Semester in Florenz sind, 500.000 für alle, die sich über ein ganzes Jahr in Florenz freuen dürfen. Die zweite Rate (in derselben Höhe) gibt’s kurz vor Ende des Studiums in Florenz.

Das Libretto (den Studentenausweis) kann man frühestens nach 2-3 Wochen in der Via La Pira abholen.

Nun zu den wirklich (über)lebenswichtigen Dingen: Monatskarte für den Bus und Mensakarte. Erstere bekommt man im ATAF-Büro an der großen Bushaltestelle neben dem Bahnhof S.Maria Novella (Richtung Piazza Adua). Das Ding nennt sich "Abbonamento Studenti" und man benötigt zur Beantragung den Studentenausweis und ein Foto.

Die Mensakarte bekommt man bei ARDSU in der Via S.Gallo 25 (Mo-Sa 9.00-13.00) neben dem Eingang zur Hauptmensa. Hier eine Kopie des vorläufigen Studentenausweises mitbringen!

Noch ein Hinweis: Aktuelle Öffnungszeiten etc. findet man unter http://www.unifi.it/estero/socrates.html

Adressen

  • Facoltà di Economia e Commercio - Via Curtatone 1 - Bus D
  • Ufficio ERASMUS (ERASMUS-Büro) - Via La Pira 4 - Bus bis San Marco
  • Centro di Calcolo - Via Cittadella 7 - Bus bis Porta al Prato
  • Questura - Via S.Gallo 83 / Via Zara - Bus bis San Marco
  • ARDSU (Mensa-Büro) - Via S.Gallo 25 - Bus bis S.Marco
  • Ufficio Imposte Dirette (Finanzamt) - Via S.Caterina d’Alessandria 23 - Bus 12 oder andere Busse bis S.Marco
  • Mensa S.Gallo - Via S.Gallo 25a - Bus bis S.Marco
  • Mensa Porta al Prato - P.le di Porta al Prato - Bus 1, 9, 12, 16, 26, 27 bis Stazione Leopolda (Porta al Prato)

Um von der Fakultät zu ERASMUS-Büro, Questura, Mensa-Büro zu gelangen, nimmt man am besten vom Bahnhof aus den Bus 1A, 1B oder 17.

Infos aus erster Hand

E-Mail: axel.boehm@stud.uni-muenchen.de

Fakultät und Studium

Wie schon angesprochen, befindet sich die Wirtschaftsfakultät (Facoltà d’Economia) in der Via Curtatone, direkt am Arno. Hier finden - fast alle - für ERASMUS-Studenten interessanten Vorlesungen statt. In den ersten Tagen des Wintersemesters erscheint die "Guida alla Facoltà", ein kostenloses Vorlesungsverzeichnis, das man entweder im ERASMUS-Büro der Fakultät oder beim Pförtner bekommt.

Ganz fit sind in Florenz die Jungs und Mädels von AIESEC. Sie organisieren nämlich ein Tutorenprogramm, bei dem jedem ausländischen Studenten ein Student aus Florenz zur Seite gestellt wird. Die Tutoren helfen einem beim Zurechtfinden in der Fakultät, beim Auswählen der Kurse, beim Finden der Mensa etc. Meistens ergeben sich hieraus die besten Freundschaften. Näheres beim AIESEC-Büro am Eingang der Fakultät oder per E-Mail: aiesec.fi@cce.unifi.it

Jedes Semester in Florenz ist in zwei Teile geteilt: Vorlesungszeit und Prüfungszeit.

Das Wintersemester beginnt gegen Ende September. Die Vorlesungen starten um den 25.9. für das erste und zweite Studienjahr (ähnlich unserem Grundstudium - so gut wie keine dieser Vorlesungen ist für ERASMUS-Studenten interessant!) und in der ersten Oktoberwoche für alle restlichen Studenten. Danach wird 3 Monate lang durchgepowert, die letzten Vorlesungen finden einige Tage vor Weihnachten statt. Von Mitte Januar bis Mitte/Ende Februar finden die Prüfungstermine statt.

Das Sommersemester beginnt Ende Februar. Die Vorlesungen dauern bis ca. Ende Mai, danach gibt es wiederum ca. 6 Wochen lang Prüfungen.

Da pro Semester für die Vorlesungen nur ca. 3 Monate Zeit ist, finden in jedem Fach die Vorlesungen wesentlich öfter statt, als wir es in München gewöhnt sind. In fast allen Fächern hat man drei- oder viermal in der Woche eine zweistündige Vorlesung. Bis auf wenige Ausnahmen finden alle Vorlesungen auf Italienisch statt.

Für die Prüfungen hat man in jedem Fach 3 alternative Prüfungstermine ("Appelli") mit jeweils ca. 2 Wochen Abstand zur Auswahl, so daß man sich Zeitpunkt und Reihenfolge der Prüfungen nach Belieben festlegen kann. Auch als ERASMUS-Student muß man sich für jede Prüfung anmelden. Hierzu geht man mit seinem Libretto in die Via Montebello 7 (nahe der Fakultät) in das "Dipartimento di Scienze Aziendali" und meldet sich im 2. Stock links bei der Sekretärin an. Die Anmeldung kann frühestens 10 und spätestens 2 Tage vor der Prüfung erfolgen.

Das Prüfungssystem ist etwas gewöhnungsbedürftig. 90% der Prüfungen sind mündlich. Alle Prüfungskandidaten halten sich gleichzeitig in der Aula auf, in der die Prüfung stattfindet. Nach und nach werden die Kandidaten vom Professor aufgerufen, sitzen diesem gegenüber und werden abgefragt.

Als "frequentante", also als jemand, der regelmäßig die Vorlesung besucht hat, bekommt man meist eine etwas weniger schwere Prüfung, als für "non-frequentanti". Man kann auch Prüfungen ablegen, für die im jeweiligen Semester keine Vorlesung stattfand. Hierbei sollte man vorher aber zumindest einmal beim Professor in der Sprechstunde auftauchen und sich genauer informieren.

Studentenleben

Zunächst einmal zum Wichtigsten: der Mensa. Die Qualität des Essens ist um Lichtjahre besser als in München und verhungern muß man auch nicht: Im Preis von 4.000 Lire (4 DM) sind Vorspeise, Hauptspeise, Beilage, Dessert und Wasser nach Belieben enthalten. Es gibt zwei große Mensas (oder Mensen?): in der Via S.Gallo 25a befindet sich die Hauptmensa (in der man auch Abends und Samstags essen kann), noch (!) besser ist aber die Mensa für Wirtschaftsstudenten an der Porta al Prato. Hier speisen auch die Eisenbahner, und das bürgt scheinbar für Qualität.

Die wichtigste Bibliothek für Wirtschaftsstudenten ist die in der Fakultät selbst. Hier gibt es auch (heißbegehrte!) Plätze zum lernen sowie einige Rechner mit Internetzugang. Weitere Rechner befinden sich im "Centro di Calcolo" (Rechenzentrum, ähnlich unserem CIP-Labor) in der Via Cittadella 7.

Freizeit

Florenz hat einiges zu bieten - sei es kulturell und künstlerisch (unzählige Kirchen und Museen), sei es zum Shoppen, sei es zum Essen und Ausgehen.

Um in der Stadt herumzukommen, gibt es die öffentlichen Busse des "ATAF". Die Monatskarte für Studenten kostet 36.000 Lire (36 DM), ist an jedem Kiosk erhältlich und muß bei der ersten Benutzung gestempelt werden! Der ATAF sorgt öfter für Verdruß, als für Begeisterung, da die letzten Busse bereits kurz nach Mitternacht fahren, Fahrpläne (sofern vorhanden) ohnehin nicht eingehalten werden und die Busse meistens extrem voll sind.

Bars und Pubs - Hiervon gibt es in Florenz unzählige. Um nur ein paar zu nennen: "Art-Bar" (Via del Moro 4; machen die besten Cocktails der Stadt, von 19-21 Uhr Happy-Hour), "Café Caracol" (Via de Ginori; Mexikaner mit Happy-Hour von 17.30 bis 19 Uhr), "Fiddler’s Elbow" (Piazza S.Maria Novella; uriger Irish-Pub, im Sommer mit Plätzen draußen), "Cardillac" (Via degli Alfani; jeden Dienstagabend Treffen der ERASMUS-Studenten - gut, um am Anfang Leute kennenzulernen!). In den Sommermonaten (bis Ende September) auf keinen Fall verpassen: "Le Murate" (in der Nähe der Piazza Ghiberti; ehemaliges Frauengefängnis, jetzt mit Konzerten, Freiluftdisco und Kneipen im Innenhof)

Restaurants - Für eine gute Pizza sind "La Grotta di Leo" (Via della Scala in der Nähe der Fakultät; 10% Sconto mit int. Studentenausweis), "Il Gatto e la Volpe" (Via Ghibellina) oder "Ghibellini" (Piazza S.Pier Maggiore) zu empfehlen. Ansonsten gibt es in Florenz unzählige gute Restaurants, es gilt bloß, die zu touristisch geratenen zu vermeiden. Verlaßt Florenz nicht, ohne wenigstens einmal "Bistecca alla Fiorentina" (ein überdimensionales Steak) probiert zu haben. Deutlich gewöhnungsbedürftiger, aber nicht minder schmackhaft sind "Trippa" (Kutteln) oder "Lampredotto (Kuhdarm).

Discos - Ein Klassiker ist das "tenax" (Via Pratese). Donnerstags mit Studentenausweis oder Mensakarte freier Eintritt bis Mitternacht (und das will in Italien wirklich was heißen!). Bombenstimmung! Sonst noch zu empfehlen: "Meccanò" (Piazza Vittorio Veneto - die Samstage vermeiden!), "Dolce Zucchero" (Via dei Pandolfini), "YAB" (Via Porta Rossa) oder "escopazzo" (Lungarno C. Colombo). Weniger spannend ist das "full-up" (Via della Vigna Vecchia). Für fast alle Discos gibt es Telefonnummern, bei denen man anrufen und sich auf eine Liste für ermäßigten Eintritt setzen lassen kann.

Kino - Jeden Montag gibt es im "Cinema Ideale" (Via A. Firenzuola) Gratis-Filme. Eintrittskarten in der Fakultät bei den "Studenti di Sinistra".