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Erfahrungsbericht: Copenhagen Business School

Facts ...

An der Copenhagen Business School stehen vier Austauschplätze für je ein Semester zur Verfügung.

Das Studienjahr ist in Semestern organisiert.
Weitere Informationen sind dem Factsheet der CBS zu entnehmen.

Unterrichtssprache ist u.a. Englisch.

... und Meinungen aus den Erfahrungsberichten ehemaliger Austauschstudenten

Über Erasmus an die CBS

Im Rahmen eines Erasmus-Austauschprogramms verbrachte ich von August 02 bis Mai 03 zwei Semester an der Copenhagen Business School. Um Interessenten für dieses Programm ein erstes Bild davon zu vermitteln, was Euch erwarten könnte, habe ich unten einige Eindrücke gesammelt, die Euch vielleicht weiterhelfen könnten.

CBS

Mit knapp 16.000 Studenten ist die CBS (nach Wien) die zweitgrößte Business-School in Europa. Ehrlich gesagt hatte ich von dieser Uni noch nie etwas gehört, bevor ich dort war. Vor allem in England, Südeuropa und auch in den USA genießt die CBS jedoch einen äußerst guten Ruf, wenn man den Aussagen vieler Mitstudenten glauben darf. Auf jeden Fall scheint die Hochschule in der Wirtschaft hoch angesehen zu sein: ständig finden Firmenpräsentationen, Gastvorlesungen von namhaften Wirtschaftsvertretern, internationale "Case Competitions" oder Jobbörsen statt.

Bei der Ausbildung ihrer Studenten legt die CBS viel Wert auf eine internationale Ausrichtung und eine möglichst enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Die Basislektüre besteht fast immer aus Texten von ausländischen Autoren, viele der Dozenten kommen aus aller Welt und auch inhaltlich sind die Kurse international ausgerichtet. In der Regel werden Veranstaltungen von mindestens zwei Dozenten gehalten, die neben ihrer Dozententätigkeit auch in ihrem Fachgebiet arbeiten. Auch wenn mir persönlich reine Theorieveranstaltungen lieber sind: wenn man schon Kurse wie HRM belegt, ist es auch sinnvoll, einiges von Leuten aus der Praxis erklärt zu bekommen. In vielen Veranstaltungen müssen darüber hinaus Fallstudien bearbeitet werden und Seminararbeiten werden häufig mit Unterstützung von Firmen (Lieblingsadressat ist die Carlsberg-Brauerei) verfasst. Trotz dieses hohen Praxisbezugs ist der größte Teil der Vorlesungen reichlich theorielastig: vor allem Kurse des "Department for Management, Politics and Philosophy" (LPF) und des "Department for Intercultural Communication and Management" (IKL) befassen sich stark mit Grundlagendiskussionen und sind dementsprechend mit hohem Leseaufwand verbunden.

Von den Veranstaltungen, die ich gewählt hatte, war von "hervorragend" bis "bodenlos" alles dabei. Dass in einigen Kursen sehr viel Wert auf Gruppenarbeit und Studentenpräsentationen gelegt wurde, lag mir nicht besonders, zumal einige englischsprachigen Veranstaltungen von internationalen Studenten besucht werden, deren Heimatuniversitäten gute Englischkenntnisse offensichtlich nicht als Vorbedingung für einen Auslandsaufenthalt voraussetzen. Zwei Stunden einer Studentengruppe dabei zuzuhören, wie sie lediglich den Inhalt eines Textes, den man ohnehin lesen musste, in brüchigem Englisch wiedergibt, ist nur bedingt spannend. Aber auch an dänischen Universitäten herrscht keine Anwesenheitspflicht, und im Vergleich mit Münchner Grundstudiumsveranstaltungen schneiden die Kurse noch ganz gut ab.

Im Allgemeinen würde ich Euch empfehlen, nur Undergraduate-Kurse zu wählen, in denen Ihr keine Vorkenntnisse besitzt (sonst wird's langweilig), oder aber Graduate-Kurse, wenn Ihr Euch bei dem Thema schon ein bisschen auskennt (sonst darf man diese Kurse gar nicht besuchen). Abraten würde ich Euch von Undergraduate-Kursen, die Ihr schon im Grundstudium gehört habt (Corporate Finance, Accounting, o.ä.), es sei denn Ihr bekommt sie sicher anerkannt und wollt Euch einen lauen Lenz machen. An der CBS müssen pro Semester 30 ECTS gesammelt werden, was in der Regel vier Kursen entspricht. Wer allerdings sein/ihr Vordiplom in drei Semestern abgeschlossen hat, dürfte auch fünf Veranstaltungen spielend bewältigen; letztlich bleibt es bei Euch zu entscheiden, ob Ihr möglichst viele Credits oder möglichst viel Freizeit haben wollt. Auch letztere kann man direkt in der CBS wunderbar verbringen: in den Uni-Cafés ("Nexus", "La Cable") ist ab Donnerstag

(Vor-)Mittag nur noch Carlsberg und Tuborg angesagt, was im Vergleich zu LMU-Verhältnissen anfangs etwas seltsam wirkt. Im Gegensatz zu unserer Kantine unter der Adalberthalle ist es im Nexus richtig gemütlich, so dass es dort meist ziemlich voll ist und jeder Anlass für gut besuchte Parties genutzt wird (packt die Lederhos'n ein, das Oktoberfest wird auch an der CBS gefeiert...). Die Cafés werden allerdings auch nüchtern recht gut besucht, meistens zum Kickern, was in ganz Kopenhagen eine stark entwickelte Leidenschaft ist.

Das Austauschprogramm

Im Sommer (Winter) gibt es an der CBS ca. 650 (350) Austauschstudenten und außerdem noch einige hundert ausländische Vollzeitstudenten. Der Vorteil daran ist, dass kein Tag vergeht, an dem nicht irgendeine Party wäre; der Nachteil ist definitiv, dass man (aus purer Faulheit) nicht besonders viele Dänen kennen lernt, wenn man sich nicht ausdrücklich darum bemüht. Die meisten Studenten kommen aus den USA und aus Europa. Sonst ist eigentlich von Indien über Hongkong bis Israel alles dabei... Da das International Office der CBS das Ziel verfolgt, den Anteil der ausländischen Studenten weiter zu erhöhen, arbeiten seine Mitarbeiter ständig daran, neue Partner-Universitäten anzuwerben. Für diese Masse an Austauschstudenten hat die CBS ein aufwändiges Rundum-Programm entwickelt, das kaum noch Wünsche übrig lässt

International Office

Was mich von Anfang an unglaublich beeindruckt hat, war die Arbeit des "International Office" (Intoff). Dort arbeiten um die 6 Vollzeitkräfte und ein Heer an Hiwis ausschließlich daran, den Austauschstudenten bei der Kurswahl zu helfen, ihnen Wohnungen zu besorgen, Einführungswochen, Parties etc. zu organisieren und den ganzen Tag ansprechbar zu sein, falls irgendein Problem auftaucht. Natürlich kann man sagen, dass so etwas nicht gerade die Selbständigkeit von Studenten fördert. Für vier Monate kann man die Selbständigkeit jedoch ruhig mal in München lassen (man darf sich seine Parties aber auch selbst organisieren, wenn man will).

Hier einige Beispiele für wirklich gute Ideen des International Office:

  • Der Dänisch-Crashkurs zu Beginn des Aufenthalts (inkl. Abendprogramm)
  • Eine anschließende Einführungswoche, in denen praktische Informationen wie die wichtigsten Ansprechpartner, das Studien- und Prüfungssystem, das Computerlab oder die dänische Kultur (von einer Engländerin...) erläutert werden. Außerdem gibt es jeden Abend Programm, was ideal ist, um sich gegenseitig kennen zu lernen
  • Das Buddy-System: jeder ausländische Student hat eine(n) dänische(n) meist sehr hilfreiche(n) AnsprechpartnerIn (ca. 300) von der CBS
  • Die Intro-guides: Dänische StudentInnen, die die ganzen Feiern organisieren
  • Für jeden Sch... gibt es eine eigene Broschüre: „The Survival Guide“, „The Arrival Guide“, „The Exchange Students“ (Photos, Name, e-mail Adresse usw. von uns allen), „Accomodation“, usw...
  • Das offizielle „Welcome Dinner“, in dem die ganze Uni in ein riesiges Restaurant verwandelt wurde (so richtig mit rotem Teppich, Live-Jazz und Willkommensdrink...)
  • Das „International Forum“: Hier werden alle ausländische Studenten gebeten, ihre Heimatuniversität an einem Stand zu repräsentieren. Dadurch soll Interessierten an der CBS die Möglichkeit gegeben werden, sich direkt bei Studenten über die jeweilige Uni im Ausland zu informieren.

Wohnung

Die Mietsituation in Kopenhagen ist leider noch ein Stück unangenehmer als in München, das Intoff sucht jedoch jedem eine Unterkunft, falls gewünscht. Man hat als BewerberIn die Möglichkeit, es in drei Kategorien zu versuchen: Studentenwohnheim, sog. "Shared Apartments" und private Untermiete. Natürlich interessieren sich fast alle für die ersten beiden Arten, weshalb die meisten in privaten Unterkünften landen, obwohl sie das eigentlich nicht wollten. Letztendlich ist das Zufall: man kann da viel Glück oder eben auch Pech haben. Auch hier gilt jedoch: wenn's gar nicht geht, hilft das Intoff weiter und sucht im Notfall etwas anderes. Die Bewerbungsunterlagen werdet ihr noch vor Eurer Abreise in einem Info-Paket zugeschickt bekommen.

Kopenhagen, Dänemark und Umland

Die Stadt alleine wäre schon ein ausreichender Grund, hier ein Auslandssemester einzulegen. Ich will jetzt nicht mit Details langweilen; jedenfalls habe ich noch niemanden getroffen der nicht mindestens begeistert von Kopenhagen wäre. Ob die Kopenhagener selbst, das Stadtbild oder das Freizeitangebot- in dieser Stadt lässt es sich wirklich leben, allerdings sehr kostspielig. Egal, was man kauft: es ist extrem teuer. In Kopenhagen herrschen zwar keine Londoner Verhältnisse, aber mit dem Münchner Budget bin ich manchmal nur schwer und meistens gar nicht ausgekommen, zumal man im Ausland tendenziell mehr unternimmt (und im Fall von Dänemark auch trinkt). Für die Wochenenden gibt es in Dänemark genug zu sehen; für die Ferien bieten sich natürlich Norwegen, Schweden, Finnland oder sogar die baltischen Staaten und St. Petersburg an. "Lonely Planet" und "Reise Knowhow" helfen da weiter.

Noch einige Tipps

Die Homepage der CBS (www.cbs.dk) ist ziemlich gut: unter "CBS International" findet Ihr alle möglichen Informationen (Kurse, Daten, Bewerbung, etc.).

Macht Euch auf keinen Fall Stress, was Anmeldefristen angeht. Erstens werdet Ihr unzählige Male per Post, E-Mail und persönlich auf etwaige Fristen hingewiesen, und zweitens gibt es nach jeder Frist noch mal eine Frist, gefolgt von mindesten noch drei Fristen... Auch die Kurswahl könnt Ihr locker angehen: man hat während der ersten zwei Wochen ausreichend Zeit, sich alle auf den ersten Blick interessanten Veranstaltungen anzusehen und muss sich dann erst festlegen.

Einzige Ausnahme ist hier die Bewerbung für die Wohnung, da die Unterkünfte angeblich in der Reihenfolge der eingehenden Bewerbungen vergeben werden. Schaut also ruhig mal auf die Homepage, bevor Ihr die Bewerbungsunterlagen habt und versucht, Euch so schnell wie möglich zu bewerben. Wenn Ihr außerdem irgendeine Verbindung nach Kopenhagen habt, lohnt es sich sicherlich, selbst nach einer Wohnung zu suchen (das Angebot von der CBS könnt Ihr dann immer noch ablehnen).

Nehmt möglichst viel brauchbares Material mit, um den dänischen Studenten am "International Forum" einen umfassenden Eindruck von München und von der LMU vermitteln zu können.


Als download:

Erfahrungsbericht 2009