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Erfahrungsbericht: ESSEC, Cergy-Pontoise

Facts ...

An der ESSEC stehen zwei Austauschplätze für je 5 Monate zur Verfügung.

Das Studienjahr ist in Trimestern organisiert:

  • 1. Term: Anfang Oktober - Weihnachten
  • 2. Term: Anfang Januar - Ende März
  • 3. Term: Anfang April - Ende Juni

Unterrichtssprachen sind Französisch und Englisch.

... und Meinungen aus den Erfahrungsberichten ehemaliger Austauschstudenten

Uni und Studium

Wie der Name schon ausdrückt handelt es sich bei der ESSEC um die Ecole superieure des sciences economiques et commerciales und damit nicht um irgendeine Universität, sondern um eine Grande Ecole. Die Grande Ecoles stehen an der Spitze des französischen Bildungssystems und können als die Eliteschmieden angesehen werden. Seit letztem Dezember gilt die ESSEC als Nummer eins unter den Grande Ecoles für Wirtschaftswissenschaftler und bietet dem Austauschstudenten die Möglichkeit einmal ein anderes Studiensystem kennenzulernen.

Die ESSEC ist von der Größe im Vergleich zur LMU eher bescheiden, so manche Gymnasien des Einen oder Anderen werden größer gewesen sein. Aber gerade diese Atmosphäre bietet ihren Reiz. Unterricht findet in Klassenstärke statt, d.h. maximal 25 bis 30 Studenten in einem Kurs, teilweise erheblich weniger. Der Leistungsnachweis erfolgt unterschiedlich, aber fast immer steht ein Gruppenprojekt im Vordergrund. Das kann eine Studienarbeit bzw. ein Projekt samt Vortrag vor der Klasse, oder auch die wöchentliche Bearbeitung einer Aufgabensammlung in der Gruppe sein. Wie Ihr seht wird sehr viel Wert auf Teamwork gelegt. Das bietet erstens die Möglichkeit Franzosen kennenzulernen, zweitens sich der Problematik zu stellen, eine Aufgabe in einer Fremdsprache bearbeiten zu müssen und dabei der Gruppe auch seine Gedankengänge darzulegen, und drittens auch die "französische" Art des Problemlösungsprozesses kennenzulernen. Bei der Fächerauswahl geniessen die Austauschstudenten das Privileg, zu wählen, was sie wollen. Erst wenn die "Ausländer" gesetzt sind, werden die Franzosen anhand eines Punktesystems ihren Wunschfächern zugeteilt. Viele Kurse werden in Französisch und Englisch angeboten. 

Die Betreuung an der ESSEC ist vorbildlich - hat man sich erst einmal durch die administration francaise durchgekämpft. Eine eigene Ausländerbeauftragte ist für die Austauschstudenten zuständig und kümmert sich um alle Belange. Sei es der Verwaltungskram oder die endgültige Kurswahl.

Wer einen Laptop mitnehmen kann, sollte dies unbedingt tun, da die Computer zu den Stoßzeiten immer besetzt sind. Zwar hat das PC-Labor immer bis 22.00 Uhr offen, ein eigener PC macht jedoch vieles einfacher.

Das Bureau des stages bietet den ESSEC-Studenten Praktika in Frankreich und im Ausland an. Allerdings kommen viele erst sehr kurzfristig rein, d.h. man sollte sehr flexibel sein und meistens beträgt die Mindestdauer 3 Monate teilweise sogar 6 oder 9 Monate. Sollte man jedoch sowieso nichts mit dem angebrochenen Semester vorhaben, bietet sich vielleicht eine gute Möglichkeit den ESSEC-Aufenthalt noch zu versüssen.

Mobilität

Ein eigenes Auto ist wegen der Verkehrsanbindung an die RER eigentlich nicht nötig. Allerdings ist RER-Fahren gerade für Frauen nachts nicht immer ganz ungefährlich. Auch für Trips nach Paris ist die RER ideal. Für Nachtschwärmer muß halt die letzte RER nach Paris und am nächsten Morgen die erste RER nach Cergy herhalten. Das funktioniert perfekt. Wer am Ende seines Aufenthaltes Probleme mit seinem Reisegepäck befürchtet (und das wird sicherlich der Fall sein!!!), für den bietet sich für die endgültige Heimfahrt das SIXT-Special an. Für 99 FRF kann man ein deutsches Auto inkl. Versicherung und Zweitfahrer zurückfahren und man hat Platz für sein ganzes Gepäck. Reservierung über die internationale Reservierungszentrale in Deutschland.

Unterkunft

Wer von Deutschland aus seinen Aufenthalt an der ESSEC plant, sollte sich entscheiden, ob er lieber aktiv am Leben dort teilhaben will - und das heißt v. a. in Cergy zu wohnen - oder lieber Paris entdecken möechte. Beide Alternativen sind etwa gleich teuer, am besten ist es natürlich immer, sich mit anderen Studenten zusammen etwas zu mieten. Diejenigen, die beides ausprobieren wollen, sollten am besten bei der ALEGESSEC (Wohnungsvermittlung der ESSEC) einen Vertrag für 3 Monate unterschreiben und sich dann vor Ort etwas in Paris suchen. Solltet Ihr bis zu Eurem Abreisetag keine Bestätigung für ein Zimmer erhalten haben, macht Euch keine Sorgen, Ihr könnt mit einem Zimmer bei Ankunft rechnen.

Die ALEGESSEC vermittelt Plätze in folgenden Studentenwohnheimen:

"Limandes" liegt in Cergy-Prefecture ca. 20 Minuten zu Fuß von der ESSEC und dem RER-Bahnhof entfernt an einer Hauptverkehrsstraße. Viele der Austauschstudenten wohnen hier und Partys sind auf der Tagesordnung. Zumeist wohnt man in Zweier-WGs mit gemeinsamer Küche und Bad und jeweils einem Zimmer mit Bett, Tisch, Regal und Schrank. Den Austauschstudenten werden Geschirr und eine Decke (Achtung: kein Kopfkissen!) zur Verfügung gestellt. Im Foyer gibt es einen Partyraum, Fernsehräume sowie eine Waschküche.

"Cergy-le-haut" liegt im gleichnamigen Ortsteil ca. 10 Min. mit der RER von der ESSEC entfernt. Der RER-Bahnhof ist ca. 200 Meter vom Wohnheim entfernt. Dieses Wohnheim ist relativ neu. Hier gibt es Einer- und Zweier-Appartements mit der gleichen Aussatttung wie in Linandes. In Cergy-le-haut gibt es neben Partyraum, Fernsehräume und Waschküche, einen Fitnessraum, eine Squash-Halle und einen Tennisplatz.  

Freizeit

Neben der Ausländerbeauftragten kümmern sich auch noch weitere associations um Euch. Diese associations sind Studentengruppen, die sich jeweils bestimmten Themen widmen und dürfen nicht mit den deutschen Studentenverbindungen gleichgesetzt werden. Vor allem "Ulysse" und "Faust" werden auf Euch zukommen und Euch zu Soirees einladen. Aber auch alle anderen 49 associations werden Euch herzlich aufnehmen. Die Bandbreite reicht dabei von Theaterbesuchen über Japan bis zu ziemlich allen Sportarten. Und so vergeht kein Abend, den man nicht in der ESSEC verbringen könnte. Mal veranstaltet diese association einen Abend, mal jene. Und dann gibt es natürlich auch nochneben den kleinen fast wöchentlichen Festen in der schuleigenen Bar die großen Parties in der Uni selbst. Und was dort passiert, muß jeder, der neugierig geworden ist, am besten selbst erleben.

Fazit

Wer also mal ein anderes Studiensystem kennenlernen will, zumindest mal ein paar Monate zu einer Elite zu gehören, einen Uni-Alltag, zu dem hart arbeiten, auch mal bis in die Morgenstunden, aber auch kräftig feiern gehört, für den ist die ESSEC sicherlich die richtige Wahl. Nicht zu vergessen, das Paris einem zumindest von Cergy Le Haut quasi zu Füssen liegt und sich Einem die Möglichkeit bietet in die mit der RER ca. 40 Minuten entfernte Metroploe zu düsen. Paris ist allerdings meiner Meinung nach nur ein sehr sehr großes Sahnehübchen, die ESSEC alleine ist schon eine Reise wert und wer die Wahl zwischen ein oder zwei Trimester haben sollte, dem empfehle ich ich auf jeden Fall beide Trimester zu bleiben.

A good holiday place ... just a pity we have to work as well (O-Ton eines holländischen Austauschstudenten)